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Aktuell

Evangelisches Landesjugendtreffen in Neuerkerode

Für ein Wochenende haben sich 650 Jugendliche aus der gesamten Braunschweigischen Landeskirche zum Evangelischen Landesjugend-Treffen (ELT) in der Evangelischen Stiftung Neuerkerode versammelt. Sie waren gekommen um zusammen zu feiern, Musik zu hören, zu meditieren, Sport zu machen, zu diskutieren und zu plaudern, zu arbeiten und zu lernen. Hunderte hatten sich allein am ersten Abend in einer Scheune zusammengehockt und dort auf einer Großbildleinwand das 4:2 Deutschland-Griechenland erlebt. „Das ist einfach toll hier“ sagte die 16-jährige Katharina aus Wolfenbüttel, „Das ist ganz prima, wie wir hier alle zusammen sind, Menschen mit und ohne Behinderung.
Und so ging es auch am nächsten Tag in den unterschiedlichen Workshops weiter: Gemeinsam wurden im Hochseilgarten auf Baumwipfelhöhe nicht nur Grenzen ausgetestet, sondern auch Angewiesensein auf gegenseitige Hilfe, auf Absprachen gespürt. Auf der großen Bühne, wo abends die Beats wummern, sitzt man im Musikworkshop in einem großen Kreis zusammen, hört auf den eigenen Rhythmus, die eigene Lautstärke, versucht in Einklang zukommen mit den anderen, ihren Keyboards, Gitarren und Trommeln. In einem Zelt sitzen Silja und Leonie, Nils, Pelle, Jona, Vincent, Jacob, Michael und ein anderer Nils zusammen. Sie alle helfen in ihren Kirchengemeinden in der Konfirmandenarbeit. „Wir fragen uns, wo steht eigentlich mein Glaube?“, berichtet Stefanie Stross von der Jugendkirche Braunschweig. Es geht hier um Zweifel und Stärken, Erfahrungen und Wünsche.
In einem anderen Workshop kreischt sich die Bohrmaschine ins Holz, hängt der Geruch nach Leim in der Luft: Hier kann man Stühle bauen. „Schwedenstühle“, sagt Christine und arbeitet ohne aufzuschauen weiter, „Die sind total gemütlich.“ „Fünf Euro Materialkosten und er gehört dir“, ergänzt Malte. In einem anderen Zelt berichtet Landesjugendpfarrer Lars Dedekind von eigenen Erfahrungen als Pfarrer im indischen Kodaikanal. Anna-Lena, Ann-Kathrin, Miriam, Ruth und Isabella haben sich in Saris, einem indischen Kleidungsstück für Frauen gehüllt, und hören interessiert zu, wie er aus der ihnen so fremden Kultur berichtet. Außerdem gibt es beispielsweise noch Workshops zum Thema „Die Welt kreativ mitgestalten“, „Unsere Welt im Kriegszustand“, „Mädchenwelt und Jungenwelt“. Die Jugendlichen erfahren etwas über die Welt gehörloser Menschen oder das Leben in Neuerkerode, es gibt Mitmachaktionen, Geländespiele.
Am Sonntagvormittag dann der große Abschlussgottesdienst, bei dem sich Hunderte wieder treffen, Menschen mit und ohne eine Behinderung. „Das von Gott Geschaffene will nicht der Sinnlosigkeit ausgeliefert sein“, heißt es dort. „Seine Schöpfung will gepflegt und bewahrt werden.“ „Völlig nett ist das hier in Neuerkerode“, sagt Kati wenig später, „War das hier“ verbessert sie sich, nimmt ihren Trolley und geht zum Bus, der sie nach Helmstedt bringen wird.


 

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