Fachklinik Erlengrund

Die Fachklinik Erlengrund bietet Ihren alkohol- und/oder medikamentenabhängigen Versicherten kompetente Rehabilitation auf folgender Grundlage:

Deutsche Rentenversicherung (DRV)

  • gem. § 15 SGB VI (Leistungen zur medizinischen Rehabilitation)
  • gem. § 26 SGB IX (Leistungen zur beruflichen und gesellschaftlichen Teilhabe)
  • Leistungsvertrag nach § 21 SGB IX


Gesetzliche Krankenversicherungen

  • gem. § 40 SGB V (Leistungen zur medizinischen Rehabilitation zur Vermeidung von Pflegebedürftigkeit)
  • Versorgungsvertrag nach §111 SGB V

Strukturmerkmale

Behandlungsplätze
Mit dem im November 2016 eingeweihten Neubau stehen jetzt durch 20 neue Patienten-Einzelzimmer insgesamt 50 Einzelzimmer zur Verfügung. Daneben gibt es fünf Doppelzimmer und sechs Einzel-Appartements, davon sind zwei rollstuhlgerecht.
Es ist gewährleistet, dass alle therapeutischen Angebote uneingeschränkt barrierefrei genutzt werden können.

Behandlungszeit zwischen 6 und 15 Wochen (nach individuellem Erfordernis); Kombinationsbehandlung individuell planbar. Federführender Kosten- und Leistungsträger

Deutsche Rentenversicherung Braunschweig-Hannover

Qualitätsmanagement

  • Qualitätsmanagement nach DIN EN ISO 9001:2008        
  • Zertifizierung nach dem Diakonie-Siegel Medizinische Rehabilitation


Damit werden sowohl die Anforderungen der Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation e.V. (BAR) erfüllt als auch die vom Gesetzgeber ab Oktober 2012 verbindlich geforderten weitergehenden Anforderungen an das interne und externe Qualitätsmanagement.

Die Fachklinik Erlengrund ist Mitglied im Qualitätsverbund Suchthilfe der Diakonie in Niedersachsen.

Fachliche Qualifikation


Gemäß der Vereinbarung Abhängigkeitserkrankungen arbeitet in Abstimmung mit unserem federführenden Kosten- und Leistungsträger in unserer Einrichtung ein eingespieltes Team von Fachärzten (FÄ für Innere Medizin, Lungenheilkunde; FA für Psychiatrie und Psychotherapie), Diplom-Psychologen, Psychologischen Psychotherapeuten, Sozialtherapeuten, examinierten Krankenschwestern und Krankenpflegern, Ergo-, Kunst-, Sport- und Bewegungstherapeuten sowie ein Seelsorger.

Diagnostik

  • Psychiatrische Diagnostik komorbider seelische Störungen
  • Ergo-Diagnostik
  • WorkPark®-Diagnostik (Tätigkeitsprofil, Eingangsprofil, Abschlussfähigkeitsprofil)
  • Psychologische Diagnostik (Trauma, IQ, Hirnorganik, Persönlichkeitsstörungen, Depression, Angststörungen, Zwang, ADHS)
  • Arbeitsbezogenes Verhaltens- und Erlebensmuster (AVEM)
  • Würzburger Screening
  • MELBA (Anforderungs- und Fähigkeitsanalyse)

Therapieangebote

Standard-Therapieangebote

  • Psychotherapie als Fokuszentrierte Therapie mit Einzel-/Gruppengesprächen  (Verhaltenstherapie, Gesprächspsychotherapie, integrative Psychotherapie, analytisch orientierte Therapie); Krisenintervention
  • Medizinische Behandlung durch die Klinikärzte (einschl. Arztsprechstunde); bei Bedarf Hinzuziehung von Konsiliarärzten aus anderen Fachrichtungen; medikamentöse Begleitbehandlung; Zusammenarbeit mit einem externen Labor
  • Rückfallprophylaxe
  • Psychoedukative Angebote: Ernährungsberatung, Medizinische Informationsgruppe, Gruppe Basisinformation Sucht, suchtbezogene Filme
  • Sport- und Bewegungstherapie mit Ausdauertraining, Kräftigungstraining und Gerätetraining
  • Akupunktur nach dem NADA-Protokoll
  • Sozialdienst unter dem Gesichtspunkt der Hilfe zur Selbsthilfe
  • Organisation nachfolgender Hilfen
  • Selbsthilfe-Gesprächsgruppe
  • Seelsorgerische Beratung und Sinnfindung
  • Angebote zur Freizeitgestaltung und soziales Training
  • Themenzentrierte Gruppe
  • Gruppe Hilfe zur Selbstorganisation
  • Patientenvollversammlung
  • Belastungserprobungen

Indikationsangebote

  • Frauengruppe
  • Kunsttherapie
  • Ergotherapie
  • WorkPark®-Therapie
  • Stabilisierungsübungen (Imagination)
  • Kognitives Training
  • Indikationsgruppe Rückkehr an den Arbeitsplatz (RAP)
  • Indikationsgruppe Rückkehr an den Arbeitsmarkt (RAM)
  • Arbeits- und berufsbezogene Angebote mit internen/externen Arbeitserprobungen in Form von Betriebspraktika
  • EDV-gestütztes Bewerbungstraining
  • Arbeitgebergespräche
  • Patientenbeteiligung an Betriebeschulungen
  • EDV-Anwenderkurse (Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, Umgang mit dem Internet)
  • Intensivseminar zur beruflichen Teilhabe und Orientierung in Kooperation mit dem Berufsförderungswerk (BFW) Goslar
  • Kooperation mit der Arbeitsverwaltung
  • DRV-Rehabilitations-Beratung
  • Integrationsbezogenes Fallmanagement Sucht in Kooperation mit der DRV Braunschweig-Hannover und dem BFW sowie IBIS
  • Raucherentwöhnung
  • Akupunktur nach dem NADA-Protokoll
  • Ernährungsberatung mit Lehrküche (barrierefreier Arbeitsplatz)
  • Schuldnerberatung in Kooperation mit der Schuldnerberatung Uslar
  • Problemlösetraining
  • Selbstsicherheitstraining
  • Gruppe „Sicherheit finden” (Traumakonzept)
  • Physiotherapeutische Angebote: Inhalation, Massage (auch Hot-Stone), Reizstrom, Lymphdrainage
  • Sport- und Bewegungstherapie: funktionelle Gymnastik / Koordination, Ausdauertraining
  • Körperwahrnehmung/Entspannung
  • Kräftigungstraining
  • Bogenschießen
  • Angehörigenarbeit mit individuellen Angehörigen-/Paargesprächen, Angehörigentag
  • Gruppenaktivitäten mit Selbsthilfe

Profil

BORA: Im Mittelpunkt der Behandlungsplanung steht die Erwerbsfähigkeit eines jeden Patienten. Dem entsprechend  arbeiten wir nach unserem von der Deutschen Rentenversicherung anerkanntem BORA-Konzept.
Für berufstätige Patienten erhält somit die Sicherung des Arbeitsplatzes eine besondere Bedeutung (BORA 1 und BORA 2). Arbeitgebergespräche, die Erhebung einer Anforderungs- und Fähigkeitsanalyse sowie die Erfassung der Einstellungen zur Arbeit ist konzeptioneller Standard und unterstützen die Bearbeitung besonderer beruflicher Problemlagen (BBPL). In der Indikationsgruppe „Rückkehr an den Arbeitsplatz (RAP) wird intensiv an berufsbezogenen Themen gearbeitet.

Für erwerbslose Patienten (BORA 3, 4 und eventuell 5) steht die Wiedereingliederung in den ersten Arbeitsmarkt im Fokus. Besondere Bedeutung haben in diesem Zusammenhang externe Arbeits- bzw. Belastungserprobungen, unser „Intensivseminar zur beruflichen Orientierung und Teilhabe“, welches wir konzeptionell mit dem BFW Goslar entwickelt haben und das integrationsbezogene Fallmanagement Sucht. In der Indikationsgruppe „Rückkehr an den Arbeitsmarkt“ (RAM) wird intensiv an Wiedereingliederungshemmnissen gearbeitet, um das Integrationspotential unserer Patienten zu erhöhen. Bewerbertraining mit Schulungen zur Online-Bewerbungen unter Nutzung der Jobbörse der Arbeitsverwaltung und eine enge Kooperation mit dem Jobcentern und Agenturen für Arbeit ist Standard.

WorkPark®: Die Fachklinik Erlengrund verfügt auf einer Gesamtfläche von 156 m² über einen WorkPark®, mit angeschlossenem physiotherapeutischen Behandlungsraum und einer großzügigen Abteilung mit Trainingsgeräten.
Der WorkPark® dient zur Durchführung von funktionellen Übungsbehandlungen mit Arbeitsplatzbezug und Arbeitsplatzsimulationstraining. Mittels standardisierter Assessments – das sind das Tätigkeitsprofil (genaue Analyse des Arbeitsplatzes) und das Eingangsfähigkeitsprofil EFP (Funktionsstatus bezogen auf das Tätigkeitsprofil) – werden arbeitsplatzbezogene Probleme herausgearbeitet und deren Art und Größe definiert. Die Vorgaben für Training und Evaluation ergeben sich aus den Anforderungen des jeweiligen Arbeitsplatzes.
Das Behandlungsspektrum umfasst den Erhalt und die Verbesserung der Beweglichkeit, der handlungsorientierten Koordination und der Kraft, der manuellen Geschicklichkeit und den Erhalt der Belastungsfähigkeit und der Ausdauer. Dazu wird ein individuelles Training abgestimmt, z.B. mittels WorkPark®-Geräten oder auch den medizinischen Trainingsgeräten aus der Sport- und Bewegungstherapie. Daneben werden ggfs. Kompensationsmechanismen vermittelt und der Umgang im Gebrauch von Alltagshilfen geübt.
Das Abschlussfähigkeitsprofil dient der Evaluation der tätigkeitsspezifischen Arbeitsanforderungen. Der Abgleich zwischen Tätigkeitsprofil und Abschlussfähigkeitsprofil zeigt, welche tätigkeitsbezogenen Fortschritte erzielt wurden und wo noch Defizite bestehen. In der Zusammenfassung werden daraus resultierende weitere Therapiemaßnahmen empfohlen bzw. eine Prognose der Arbeitsfähigkeit abgegeben.
Individuelle Behandlung: Die Fachklinik Erlengrund arbeitet nach einem individuellen Behandlungskonzept, d.h. für jeden aufgenommenen Patienten wird nach vorheriger ausführlicher medizinischer, psychiatrisch/psychologischer und sozialer Diagnostik ein individueller Therapieplan erstellt.
Damit erfüllen wir die Bedürfnisse und Erfordernisse bestimmter Klientel- bzw. Patientengruppen. Vor diesem Hintergrund berücksichtigen wir neben Interventionen, die eine Behandlung von Suchterkrankungen (ICD-10 F1) erfordern, selbstverständlich auch komorbide Störungen, wie z.B. affektive Störungen (ICD-10 F3), Neurotische, Belastungs- und somatoforme Störungen (ICD-19 F4) und Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen (ICD-10 F6). Auch Patienten mit einer pathologisch auffälligen Glücksspielsymptomatik erhalten einen ihrer Auffälligkeit entsprechenden Therapieplan.
Diakonisches Leitbild: Als Mitglied im Diakonischen Werk sind wir einem christlichen Menschenbild verpflichtet.
Kombi-Nord: Kombinationsbehandlung im regionalen Verbund der Lukas-Werk Gesundheitsdienste GmbH und ihrer externen Kooperationspartner.
Frauengruppe: Durch die Beteiligung an der NSF-Traumatherapiestudie können wir mit unserer Indikationsgruppe „Sicherheit finden“ therapeutisch gut auf traumatisierte Patientinnen eingehen. Patientinnen steht mit unserer „Frauengruppe“ eine eigene  Wohn- und Therapiegruppe zur Verfügung.

Gesellschaftliche Entwicklungen:
Die demografische Entwicklung unserer Gesellschaft erfordert auch im Bereich der medizinischen Rehabilitation notwendige Reaktionen. Die Fachklinik Erlengrund ist auf die Lebenssituation von älteren, auch bereits berenteten Menschen, bei denen das Rehabilitationsziel nicht mehr die berufliche Teilhabe ist, eingestellt und es erfolgt natürlich auch hier eine individuelle Therapieplanung und Behandlung.

Kooperationen:
Im Rahmen einer jahrelangen Kooperation mit örtlichen Betrieben, Verwaltungen und Unternehmen schulen wir Personalvorgesetzte im Umgang mit auffälligen Mitarbeitern und bieten über unseren „Arbeitskreis Betriebeteam“ unsere Unterstützung bei der Umsetzung von betrieblichen Interventionen an.
Wir pflegen eine sehr enge Kooperation mit örtlichen Selbsthilfegruppen und bieten im Rahmen von Arbeitskreisen mit der Arbeitsgemeinschaft der Freundeskreise im Lukas-Werk e.V. (AFL) und Seminaren unsere Unterstützung an.
Die Fachklinik ist Mitglied im Bundesverband für stationäre Suchtkrankenhilfe (buss) und in der Evangelischen Landesarbeitsgemeinschaft für Suchtfragen (ELAS).
Herr Dr. Seifert und Herr Laskowski als Klinikleiter haben seit mehreren Jahren an der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften Braunschweig/Wolfenbüttel für den Ausbildungsbereich Soziale Arbeit einen Lehrauftrag.