Gedenktag für Drogentote

Lukas-Werk Gesundheitsdienste und Selbsthilfegruppe jes in Peine informieren in der Peiner Innenstadt

Im vergangenen Jahr wurden nach Angaben von Marlene Mortler, Drogenbeauftragten der Bundesregierung, 1.333 drogenbedingte Todesfälle in Deutschland registriert. Gegenüber 2015 ist das ein erneuter Anstieg um 9 Prozent, die Zahl der Drogentoten stieg damit zum vierten Mal in Folge. Um auf die Situation und die Probleme von Drogenkonsumenten aufmerksam zu machen, hat sich die Lukas-Werk Fachambulanz und die Selbsthilfegruppe jes in Peine am diesjährigen internationalen Gedenktag für verstorbene Drogengebraucher beteiligt und in der Peiner Innenstadt zahlreiche Informationen geboten.

Der diesjährige internationale Gedenktag für Drogengebraucher steht unter dem Motto „Menschenrechte für Drogengebraucher“. Mit der 1948 von den Vereinten Nationen beschlossenen Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte sind alle Menschen frei und gleich an Würde und Rechten geboren (Artikel 1). „Wenn wir uns die heutige Drogenpolitik in den verschiedensten Ländern anschauen, können wir uns die Frage stellen, welchen Wert die Erklärung der Menschenrechte überhaupt noch hat“, sagt Meike Rösemann von der Psychosozialen Betreuung des Lukas-Werkes in Peine. Auf den Philippinen würden tausende Menschen durch den Staat ermordet, in Indonesien, dem Iran und Saudi Arabien würden die Menschen für Drogenbesitz, Handel und Konsum unter öffentlicher Zuschaustellung hingerichtet und in Russland Drogengebraucher zwangsbehandelt. „Sie müssen kalt entziehen, werden in Massen untergebracht und sind der körperlichen Gewalt ausgesetzt“, so Rösemann. Die Situation in Deutschland sei damit natürlich nicht vergleichbar, aber der Staat gehe auch hier gegen die Menschen, die konsumieren oder Drogen besitzen, unverhältnismäßig vor. „Auch die härtesten Strafen halten Menschen nicht vom Drogenkonsum ab. Eine Lösung liegt einzig in der Regulierung von Anbau, Handel, Besitz und Konsum von illegalen Substanzen.“