Neuerkerode als außerschulischen Lernort erkunden

Auszubildende der Berufsfachschule für Altenpflege lernten Wohnformen und -Konzepte in Neuerkerode kennen.

Ein Bericht von Katja Watzl (Lehrkraft an der Berufsfachschule für Altenpflege am Marienstift) 

+++ „Menschen lernen explizit das und nur das, was aufmerksam wahrgenommen wird, und jenes, womit man sich intensiv auseinandersetzt.“ (Weinert 1998) +++

„Wohnformen und Wohnkonzepte erkunden“, hieß es für den  Altenpflegekurs 15/18 der Berufsfachschule für Altenpflege am Marienstift bei einem Besuch im Dorf Neuerkerode, und dort speziell der klinischen Station des Integrierten Gesundheitsdienstes (IGN), wo medizinische, pflegerische und therapeutische Angebote vorgehalten werden. Um die vielfältigen Möglichkeiten des Arbeitens und die unterschiedlichen Wohnformen kennen zu lernen, zeigte uns Praxisanleiterin, Frau Sido, ihren Arbeitsbereich und das Gelände des Dorfes, in dem rund 800 Menschen mit Behinderung leben.

Bei dieser Exkursion standen vor allem handlungs- und problembezogene Fragen für die Erschließung von Unterrichtsinhalten im Vordergrund, was durch eine Vielzahl von interessanten Fragen zum Ausdruck kam: Wie sieht die Altersstruktur in den Wohngruppen aus? Wie viele Menschen leben in einer Wohngruppe? Durch welche Berufsgruppen werden sie betreut?

Die Auszubildenden konnten ihre Umwelt erkunden, sich mit der Kultur im Dorf und mit dem Zusammenleben anderer Menschen befassen oder auch näher mit Dorfbewohnern in Kontakt treten. Besonders gefiel den Schülerinnen und Schülern das sehr schön angelegte Gelände mit dem zentralen Dorfplatz und den vielen Möglichkeiten des Wohnens. Kleine und große Häuser zwischen alten und neuen Gebäuden brachten ein Gefühl des Zusammenlebens von Jung und Alt.

Die Möglichkeit eines Hospizzimmers auf der Klinischen Station empfanden die Auszubildenden als sehr schön. Besonders beeindruckte waren die Schülerinnen und Schüler von dem extrem großen Aufgabenfeld, welches die Pflegekräfte tagtäglich abdecken. Neben der eigentlichen pflegerischen Versorgung, der pädagogischen Arbeit und der Unterstützung der Ärzte bei Untersuchungen gehören auch Aufgaben der Notfallversorgung dazu.

Durch die Zusammenarbeit mit Fachpersonen, wie Frau Sido, vor Ort und dem Vor- und Nachbereiten solcher Exkursionen werden Erlebnisse und Erkenntnisse anders wahrgenommen, aufbereitet und gefestigt, und tragen somit zur Kompetenzentwicklung jedes einzelnen Schülers bei.