Eine amour fou mit dem Cello

Wolfram Huschke brillierte in der Neuerkeröder Peter-und-Paul-Kirche.

Zwischen Johann Sebastian Bach und Jimmi Hendrix liegen Welten. Denkt man. Meint man. Beim Neujahrskonzert der Evangelischen Stiftung Neuerkerode hat Cellist Wolfram Huschke in der völlig überfüllten Neuerkeröder Kirche diese scheinbaren Gegensätze brillant zusammengeführt. Aber nicht nur das. Huschke stellte keinen Bach oder Hendrix vor, er ließ sie einfließen in spontane Kompositionen oder Interpretationen.

Huschke lediglich als Meister des Cellos zu benennen, hieße, es sich einfach machen. Ein Wolfram Huschke ist mehr als eine Einheit mit seinem Cello. Da ist Leidenschaft, Inbrunst und Glut: Da ist eine amour fou zwischen dem Musiker und seinen Instrumenten entbrannt. Seit seinem 5. Lebensjahr spielt der Weimarer Cello. Seine klassische Ausbildung erfuhr er am renommierten Salzburger Mozarteum. Huschke ist auch einem großen Fernseh-Publikum als klassischer Musiker ein Begriff.

Huschke mit seinem Akustik-Cello oder seinem E-Cello ist sowohl Impressionist, als auch Expressionist und damit Wanderer zwischen den Welten. Sein Instrument reizt er zu allen möglichen Klängen, lässt es leben. Er nimmt seine Zuhörer nicht nur mit an die Hand, sondern zieht sie in seinen Bann. Er macht hellhörig und verzaubert im nächsten Augenblick, er zeigt fragiles Spiel und dann wieder eruptiv-virtuose Klangartistik. In Huschke lebt die Musik, sie verführt ihn zu Jauchzern, zu furiosem Charme, zu Melancholie oder zartfühlendem Reiz. Er ist ein exzessiver und feinfühliger Virtuose, der Emotion weitergibt.