(K)ein Tabuthema: Blasenschwäche bei Frauen

Expertinnen der Frauenklinik Eben-Ezer informieren über Behandlungsmöglichkeiten bei Inkontinenz

Oberärztin und zertifizierte Kontinenzberaterin Gülhan Turk informiert über Behandlungsmöglichkeiten bei Blasenschwäche.

Fachärztin und zertifizierte Kontinenzberaterin Melanie Horatzek zeigt einer Besucherin der Informationsveranstaltung das Ultraschallbild einer Blase.

Kostenloses Beckenbodentraining während der Informationsveranstaltung.

Fünf grüne Matten liegen im großen Saal des Krankenhauses Marienstift. Darauf jeweils eine Frau, die ihre Hände locker auf dem Bauch ablegt. „Und jetzt atmen Sie langsam mit einem 'ffffff' aus", lautet die Anweisung der Physiotherapeutin, die vor den Frauen steht. Das zischende Ausatmen ist Teil des Beckenbodentrainings, welches im Rahmen der Informationsveranstaltung "(K)ein Tabuthema: Blasenschwäche bei Frauen" angeboten wurde, zu der die Frauenklinik Eben-Ezer anlässlich der Word-Continence-Week 2017 eingeladen hat. 

"Viele Frauen trauen sich nicht, über ihre Blasenschwäche zu sprechen", berichtet Gülhan Turk, Oberärztin an der Frauenklinik Eben-Ezer und zertifizierte Kontinenzberaterin. Und das obwohl Inkontinenz nach Angaben der Deutschen Kontinenzgesellschaft eine Volkskrankheit ist. Bundesweit seien mehr als neun Millionen Menschen betroffen. Während der Veranstaltung im Krankenhaus Marienstift berät Gülhan Turk Besucher kostenlos, nimmt Ängste und gibt einen Überblick über Behandlungsmöglichkeiten. Vor ihr auf dem Tisch liegen unterschiedliche Pessare, welche die Harnröhre stützen, daneben sogenannte Inkontinenz-Tampons und Binden, Informationsbroschüren, Medikamente, ein "Trink- und Toilettenprotokoll" oder auch ein spezielles Band, welches bei operativen Eingriffen gegen Inkontinenz eingesetzt werden kann. 

"Menschen mit einer ausgeprägten Inkontinenz trauen sich manchmal kaum noch aus dem Haus", sagt  Melanie Horatzek, Fachärztin an der Frauenklinik Eben-Ezer und ebenfalls zertifizierte Beraterin der Deutschen Kontinenzgesellschaft, bei der Informationsveranstaltung. Manche würden beispielsweise Städtereisen oder Busausflüge scheuen, weil sie nicht wissen, wo die nächste Toilette ist, andere sagen das gesellige Beisammensein mit Freunden ab, weil sie Angst hätten das "Wasser nicht halten zu können", wenn sie lachen oder husten müssen. Horatzek und Turk sind sich sicher: „Wenn mehr Menschen wüssten, wie effektiv und ohne Nebenwirkungen Blasenschwäche behandelt werden kann, würde das das Leben vieler Betroffener bereichern." Informationsveranstaltung wie diese jetzt im Krankenhaus Marienstift sollen bei der Aufklärung helfen.  

Im Krankenhaus Marienstift gibt es für Betroffene eine Kontinenzsprechstunde. Nähere Informationen finden Sie hier