Schmutzige Wäsche waschen

Neugierde. Schon mal gucken. Der Neuerkeröder Waschsalon hat zur Besichtigung aufgemacht.

Das wird ein Treffpunkt. Kein steriler, öder Waschsalon, wie man sie genügend aus dem Genre des Film-Noir kennt, sondern der Raum, an dem man am Wäschelegetisch auch einen Café au lait oder  einen Cappuccino genießen kann. Dort kann man über Gott und Neuerkerode plaudern, während sich die Trommeln der Maschinen drehen, dort hinten jemand bügelt oder zwei in einer Ecke Karten spielen. Ein Treffpunkt mit mediterranem Flair, in dem Hauswirtschaftliches im Vordergrund steht und eingeübt werden kann. Nach Feierabend der Bürger wird ihnen hier eine Mitarbeiterin zur Verfügung stehen und Hinweise zum Umgang mit den Maschinen geben. „Für die Bürgerinnen und Bürger Neuerkerodes bedeutet es, wieder ein Stück mehr Verantwortung für sich selber übernehmen zu können, Spaß dabei zu haben“, sagt Marcus Eckhoff, Geschäftsführer der Neuerkeröder Wohnen und Betreuen GmbH (2. Foto links). „Also wieder eine Möglichkeit der Unabhängigkeit und Verselbständigung im Alltag.“

Konzipiert, geplant, organisiert und bis ins letzte Detail ausgearbeitet haben den Waschsalon zwei Mitarbeiterinnen der Neuerkeröder Tagesförderung. „Der Zugewinn an Kompetenzen begünstigt die Teilhabe“, schreiben sie in ihrem Konzept. Ein externer Dienstleister reinigt den überwiegenden Teil der Wäsche der Neuerkeröder Bürgerinnen und Bürger. Natürlich stehen auch in den einzelnen Wohngruppen Waschmaschinen und Trockner zur Verfügung. Aber die ganz persönliche Wäsche, Eintracht-Bettzeug, das Amrum-T-Shirt oder der Bayern-München-Schal, die kann man jetzt selber waschen. Bei einem Café au lait eben, oder  einem Cappuccino.

Die Kosten für die Einrichtung des Waschsalons hat die Wohnen und Betreuen GmbH vorfinanziert. Die Stiftung Kleiderversorgung und der Lions Club Braunschweig-Löwenherz beteiligen sich mit Zuwendungen an den Kosten. Weitere Spenden sind willkommen