Zum Inhaltsbereich Zur Service-Navigation Zur Startseite

Die Evangelische Stiftung Neuerkerode

Weihnachtsstimmung
Apfelernte
Indiviudelle Betreuung
Freizeitmögichkeiten
Feste
Unterstüzte Kommunikation
Gartenweg 10
Ein Ort zum Leben
Ausgebildete Fachkräfte
Weidenweghaus
Arbeitsplatz in der WfbM
Unser Schwimmbad
Ausflüge und Urlaub
Dorfkrug
Wohngruppe Lindenplatz
Tierhaltung
Selbst zubereitetes Essen
Mein Zimmer
Kaffeetafel
Gemeinsame Aktionen
Dörfliche Parklandschaft
Optimale Betreuung
Reiten
Besuch im Museum
Politikkurs
Kunsthandwerk
Sommerfest

Die Evangelische Stiftung Neuerkerode betreibt eine Einrichtung der Eingliederungshilfe für Menschen mit geistiger oder mehrfachen Behinderungen. Sie ist Lebensraum, Lern- und Entwicklungsfeld mit der notwendigen Vielfalt von Anreizen zur Bedürfnis- und Kompetenzentwicklung von Menschen mit Behinderung.

Die Einrichtung hält 840 Wohnplätze vor, darunter 9 Wohnplätze für Minderjährige. Sie ist im Rahmen ihrer Hilfe für behinderte Menschen Träger der Einrichtung sowie einer Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) mit 120 Plätzen.

Als "freier Träger" leistet die Stiftung gemäß Art. 1 und 2 des Grundgesetzes innerhalb der wertpluralistischen Struktur der Gesellschaft in der Bundesrepublik ihren spezifischen Beitrag zur Hilfe für behinderte Menschen.
Die Einrichtung ist dem in Neuerkerode entwickelten Konzept "Ort zum Leben" verpflichtet und versucht damit in besonderer Weise den Begriff des Lebensraumes sowie der Deckung des individuellen Hilfebedarfes gemäß § 9 SGB XII miteinander in Verbindung zu bringen. Sie bietet deshalb Leistungen in den Bereichen Wohnen, Arbeit, tagesstrukturierende Maßnahmen, Psychologie, Medizin, Bildung, religiöse Erziehung und Sinnfindung, gesellschaftliche Integration, Freizeitgestaltung und strukturelle Betreuung an.

Die Betriebsstätten der Einrichtung befinden sich in der Samtgemeinde Sickte, in Wolfenbüttel und Braunschweig.

Das Konzept "Ein Ort zum Leben"

Mit dem Konzept "Ort zum Leben", grenzt sich die Arbeit der Evangelischen Stiftung Neuerkerode von einer klas­sischen Anstaltsarbeit ab, in der Menschen in einer übermächtigen Institution nach den Regeln der Institution nur wenig Frei- und Entfaltungsräume genießen dürfen. Mit dem Konzept "Ort zum Leben" werden andere Leitbegriffe der Eingliederungshilfe zurück ge­drängt, in manchem wird ihnen auch widersprochen, z.B. werden die Begriffe der Normali­sierung, der Integration und der Selbstbestimmung nicht plakativ auf den Lippen geführt, sondern konzeptio­nell in den "Ort zum Leben" eingebunden.

Faktoren des "Ortes zum Leben" sind:

  • prinzipielles Offenhalten menschlicher Situationen als Voraussetzung gesellschaftlicher Teilhabe, d.h. die Nichtnormalität von Menschen wird angenommen,
  • Ich-Stärke und Wohlempfinden als  Ziel der Hilfeleistung und nicht Dauermaximierung von Fördermaßnahmen,
  • Akzeptieren von unlösbaren Konflikten und unaufhebbaren Leidenssituationen,
  • Leben um seiner selbst willen gestalten und feiern,
  • Selbstbestimmung des Menschen in seinen privaten Angelegenheiten bei gleichzeitiger Berücksichtigung unabdingbarer Belange des Gemeinwesens,
  • gemeinsame religiöse Praxis als Angebot zum Vertrauen.


Kennzeichnende Angebote eines Ortes zum Leben für Menschen mit geistiger Behinderung sind, ihnen Möglichkeiten zur unmittelbaren Erfahrung von Alltagsabläufen zu gewähren, zugleich die Möglichkeit zu eröffnen, sich an der Alltagsgestaltung zu beteiligen und den Aufbau von persönlichen Freundschaften gestalten zu können, die Ermöglichung von Indivi­dualität im Wohnen und Arbeiten, die Freigabe von unterschiedlicher Identitätsent­wicklung, aber auch das Setzen von Grenzen, wo die Allgemeinheit durch Ausbrüche von Individualität gestört wird, dennoch zugleich die Freigabe unterschiedlicher Interessen.

Alltagskultur und Selbstwerterfahrung

Zum Konzept "Ort zum Leben" gehört auch die Vorrangigkeit einer kreativen, einer ästheti­schen Alltagskultur, die mit ihrem Anregungspotential die Entwicklung von Menschen för­dert, auch das Angebot von unterschiedlichen Formen des Wohnens, das Individualität und zugleich Kommunikation ermöglicht. Daneben findet sich ein differenziertes Angebot von Arbeit, in der Leistung im Interesse von Selbstwerterfahrung, im Schaffen von wirtschaftlich verwert­baren Gütern genauso möglich ist,  wie die Tatsache, dass der Wert des Lebens nicht durch das unproduktive Dabeisein eines Menschen genommen und geraubt wird. Auch der Orts­wechsel im Tagesablauf gehört zum Konzept "Ort zum Leben", wie eben jeder Mensch morgens das Haus verlässt und irgendwann wiederkommt und die Struktur des Alltags durch das Erreichen von Zielen, vom Wechsel von Orten geprägt ist. Der "Ort zum Leben" bietet Menschen Angebote über das gemeinsame Singen und Musizieren, über Tanzen, über Spielen, über Sport und Freizeit jeweils so differenziert, dass es unterschiedlichen Interessen und dem unterschiedlichen Hilfebedarf gerecht wird. Auch Kontakte mit Menschen, die nicht in Neuerkerode wohnen, die nicht im Verantwortungsbereich der Stiftung leben, gehören dazu, genauso wie die Kontakte zu Angehörigen, Freunden und Bekannten.

Fachlichkeit und Professionaliät

Die Qualität und die Faktoren des "Ortes zum Leben" sind auch in der Fachlichkeit und Professionalität der Mitarbeiterschaft begründet, die über eine Heilerziehungspflege-Ausbil­dung verfügt, aber auch über medizinische und psychologische Kenntnisse. Menschen mit einer geistigen Behinderung brauchen zu ihrer Entfaltung, brauchen, um zu ihrem Leben zu finden und es leben zu können, besondere Assistenzsysteme und Strukturen.

Der "Ort zum Leben" bietet beides, Freiraum und Grenzen. Trotzdem muss man auch sagen, dass der "Ort zum Leben" seine Aspekte und Strukturen nicht nur am Menschen mit geistiger Behinderung entwickelt hat, sondern ihm ein bestimmtes Menschenbild zugrunde liegt. Der Mensch ist vielfältig, der Mensch sucht Anregung, der Mensch möchte sich entwickeln, der Mensch braucht Gemeinschaft, der Mensch braucht Individualität, der Mensch braucht Freiheit, der Mensch braucht Religion und Spiritualität. Von seinem Ansatz her möchte die Evangelische Stiftung Neuerke­rode Leben anbieten, das Menschen gemäß ist. Ob die Bewältigung der unübersichtlichen Mobili­tät eines hoch differenzierten Straßenverkehrs, hochkomplexer Arbeits- und Lebensbedingun­gen dem Menschen gemäß und menschengemäß ist, oder aber unser "Ort zum Leben", wo Verkehr nur eine verschwindend kleine Rolle und damit auch keine Bedrohung darstellt, wo ein Bach durch den Ort fließt und Menschen durch die  Schönheit der Natur mit sich versöhnt, stellt sich als Frage.

Der "Ort zum Leben" ist Heimat

Wer mit Menschen spricht, die Neuerkerode besuchen und sie über ihre Erfahrungen hier sprechen lässt, der ahnt, dass dieser "Ort zum Leben" eigentlich ein Ort für alle Menschen ist. Natürlich entspricht Neuerkerode nicht in allem den Faktoren, die einen Ort zum Leben prägen sollten, aber dass die Realität oft noch eine andere ist, vielleicht in manchem notwendig verändert werden muss, dass die Finanzmittel, die zur Verfügung stehen, nicht ausreichen, um kreativ ästhetische Räume zu schaffen, all das ist kein Wider­spruch gegen das Konzept "Ort zum Leben". Insofern ist das Konzept "Ort zum Leben" fast identisch mit dem Begriff der Heimat, wie ihn Ernst Bloch beschreibt, als den Ort, wo noch niemand war und zu dem man sich seit seiner Kindheit hinsehnt. Insofern ist der "Ort zum Leben" kein geografischer Ort. Zwar gibt es Strukturen, die in Neuerkerode dem "Ort zum Leben" entsprechen, aber zugleich können diese Strukturen auch woanders angetroffen oder geschaffen werden, um auch woanders einen "Ort zum Leben" zu schaffen. In diesen Strukturen können Menschen anschließend selbstbewusst leben bzw. Selbstbewusstsein entwickeln, sich entfalten zwischen Nähe und Eigensinn!

Vielfalt der Angebote

Die Evangelische Stiftung Neuerkerode bietet eine fundiert begründete Ein­gliede­rungs­hilfe für Menschen mit Behinderung an - konsequent, konzeptionsgebunden und umfassend. Das Kerngeschäft ist also Vielfalt und meint die Vielfalt der hier lebenden Menschen, der hier arbeitenden Menschen, die Vielfalt des Angebotes für das Wohnen, die Vielfalt der Ange­bote im Freizeitbereich, die Vielfalt des Dorflebens und die Vielfalt, die sich im Natur­raum widerspiegelt und mit der Wabe oder der Obstblüte im Mai zu beschreiben ist, auch die Vielfalt der Konflikte und der Auseinandersetzungsnotwendigkeiten.

Deckung des individuellen Hilfebedarfs

Die Evangelische Stiftung Neuerkerode ist prinzipiell in der Lage, den individuellen Hilfe­bedarf von Menschen zu decken. Eine Beschränkung des Hilfeanspruchs der Höhe nach, um den Sozialhilfehaushalt vor unangemessener Inanspruchnahme zu schützen, lässt den Bedarfs­deckungsgrundsatz des BSGH unangetastet. Dieser Bedarfsdeckungsgrundsatz ist durch das Sozialstaatsprinzip der Verfassung geschützt. Diese Rechtsposition muss in unseren Köpfen sein, damit wir nicht vorschnell die Deckung des individuellen Hilfebedarfs von Menschen mit Behinderungen preisgeben. Mit großer Aufmerksamkeit und gutem Sachverstand ist diese Auseinandersetzung von uns in Zukunft verstärkt zu führen unter Hinweis auf die Chancen unseres Konzeptes, das daran festhält, dass Menschen mit einer geistigen Behinderung einen "Ort zum Leben" brauchen, der ihren Fähig­keiten zur Bewältigung von Alltag und Umwelt entgegenkommt. Die Strukturen, die ein solcher Lebens­raum braucht, lassen sich aber nur bedingt und begrenzt in unseren Städten "einfach so" wieder finden. Die meisten Quartiere in unseren Städten haben noch nicht das Maß einer Bürger- und Zivilgesell­schaft erreicht, um Formen von Community-Care-Konzepten entwickeln zu können, die nicht auf dem Rücken von behinderten Menschen ausgetragen werden und die es unseres Erachtens verantwortbar sein lassen, Neuerkerode als Ort konsequent aufzugeben und den hier lebenden Menschen zu empfehlen, ihren Wohnsitz und Heimatort Neuerkerode aufzugeben. Ausgrenzung und Isolation der Betroffenen wären die Folgen eines solchen Schrittes. Davon sind wir fest überzeugt, darum arbeit die Evangelische Stiftung Neuerkerode mit dem Konzept "Ort zum Leben", gleichwohl dies kein geographi­sches Fixieren auf Neuerkerode beinhaltet.
Der Konkurrenzvorteil Neuerkerodes liegt in der Vielfalt entwicklungs­förder­licher Dienste, in der Möglichkeit zur Selbstentfaltung, zum Selbstbewusstsein und im Angebot von Lernfeldern über den Markt hin zum Lebensmittelladen, von der Kegelbahn bis zum Kleiderladen, vom Bücherladen bis zum Dorfkrug, Angebote kirchlichen Dienstes, Freizeitpädagogik, Erwachsenenbildung, medizinisch- oder psycholgo­gischer Dienste, um nur einiges zu nennen.

Permanente Weiterentwicklung

Auch in Neuerkerode muss natürlich die Wohnqualität dem allgemein aner­kann­ten Lebensstandard entsprechen: Privatsphäre, individuelles Wohnen ohne Gruppen­zwang und Zwänge durch Dienstplan, ambulante Betreuung, die Eigen­initiative, Selbstverantwortung und auch Kompetenzerwerb fordert und fördert. Für das Selbstverständnis und die Erwartung der Bewohnerschaft, der Angehörigen und der Betreuer ist es wichtig, dass die Evangelische Stiftung Neuerkerode als Wahlmöglichkeit differenzierte Wohnformen anbietet.  Von den Bewohnern wird der Wunsch nach Apartments angemeldet, auch von den Bewerbern für eine Aufnahme in Neuerkerode; zumindest aber nach Einzelzimmern. An dieser Stelle wird deutlich, dass der "Ort zum Leben" kein statisches Konzept ist, sondern mit lebt und sich verändert, ebenso wie die Menschen leben und sich verändern.

Nach oben


Ralf-Dieter Kürschner Kandidat des diesjährigen Gemeinsampreises
Ralf-Dieter Kürschner aus Neuerkerode gehört zu den Kandidaten, die in die Endrunde zur Auswahl weiter...

Sommerfest in Neuerkerode am 3. Juni von 13.00-18.00 Uhr
Das Sommerfest in Neuerkerode ist  ein großes Event an Unterhaltung, Spiel, Musik, Theater, weiter...

Neuerkerode zu Gast in England
Der Austausch ist einfach rege: Ihre dritte Reise nach England unternimmt derzeit eine Gruppe aus weiter...