Schmerzen und Schmerzerkennung bei Menschen mit (schwerer) geistiger Behinderung

Menschen mit (schwerer) geistiger und mehrfacher Behinderung sind aufgrund verschiedener chronischer Erkrankungen wahrscheinlich mehr als jede andere Bevölkerungsgruppe von Schmerzen betroffen. Außerdem müssen sie im Lebensverlauf immer wieder schmerzhafte medizinische und pflegerische Eingriffe hinnehmen. Problematisch ist, dass viele Menschen mit (schwerer) geistiger Behinderung ihre Schmerzen nicht oder nicht verständlich verbalisieren können, sondern diese durch verschiedenste unspezifische Verhaltensweisen äußern. Statistiken zeigen, dass Schmerzen und damit verbundene Erkrankungen beim Personenkreis häufig erst sehr spät festgestellt und behandelt werden.

Schmerzfragebögen in leichter Sprache oder die Kommunikation über Bilder und Symbole können Menschen mit Behinderungen darin unterstützen ihren Schmerz mitzuteilen. Für Menschen mit einer schweren geistigen Behinderung bleibt oft nur die Möglichkeit einer Schmerzfremdbeobachtung. Dazu gibt es speziell für den Personenkreis entwickelte Beobachtungsinstrumente, wie die EDAAP -Skala oder die Chronische Schmerzskala (CPS-NAID), aber auch Bögen aus der Demenzpflege können eingesetzt werden. Schmerzbeobachtungsbögen können Mitarbeitenden eine Hilfe sein, Schmerzen zuverlässiger festzustellen und sind ein wichtiges Element eines wirkungsvollen Schmerzassessments.

Dr. Helga Schlichting

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