Die Orthopädische Versorgung von Menschen mit Behinderung

Bei Menschen mit Behinderung ist das muskuloskelettale System häufig von Deformitäten und anatomischen Varianten betroffen. Diese Besonderheiten haben ihre Ursache als Folge der

  • gestörten neurophysiologischen Entwicklung mit ausbleibenden, veränderten oder verzögerten motorischen Meilensteinen

  • pathologischen motorischen Aktivität bei spastischen, dyskinetischen oder hypotonen Bewegungsstörungen

  • Hypotonie und muskulären Schwäche bei Muskeldystrophie oder kongenitaler Myopathie

  • Störung des Aufbaus des muskuloskelettalen Systems im Rahmen von Syndromerkrankungen (Aufbaustörung Bindegewebe, Skelettdysplasie)

Die resultierenden anatomischen Besonderheiten können zu vergleichbaren Beschwerden führen wie bei Menschen ohne Behinderung, sie können aber aufgrund des Behinderungsbildes auch gänzlich andere Funktionsstörungen zur Folge haben. 

Die anatomische Pathologie kann zu Schmerzen, zu Instabilität und zu Problemen der Lagerung und Versorgung führen. Es gilt diese in genauer Abwägung der Interessen des Betroffenen und seiner Familie in Kenntnis der Prognose und Perspektive der Behinderung zu analysieren um individuelle konservative, technische oder chirurgische Therapieansätze zu entwickeln.

Prof. h.c. Dr. Stephan Martin

Leitender Arzt MZEB Hannover

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