Zentrum Würde am Marienstift vorgestellt

Die denkmalgeschützte Friedenskapelle an der Helmstedter Straße wird anlässlich des 150-jährigen Jubiläums der Ev.-luth. Diakonissenanstalt Marienstift grundsaniert und im Anschluss einer neuen Nutzung zugeführt.

Fotos: Bernhard Janitschke

Aus der Kapelle wird zukünftig das „Zentrum Würde am Marienstift“, das nach der Fertigstellung für alle Formen von Begegnungen auf Augenhöhe und Nächstenliebe steht. Es wird damit fortgesetzt, was die Diakonissen vorlebten, passend zu den Traditionen, dem Dienst am Menschen und der Geschichte des Marienstifts. 

Am 13. September 2020, dem Tag des offenen Denkmals in Niedersachsen, hatten geladene Gäste im Rahmen einer Veranstaltung die Gelegenheit, die Friedenskapelle zu besichtigen und sich über die geplanten Aktivitäten zum „Zentrum Würde am Marienstift“ zu informieren. 

Rüdiger Becker, Direktor Evangelische Stiftung Neuerkerode, begrüßte die Gäste: „Die Diakonissen pflegten selbstlos und standen für helfende und verlässliche Nähe sowie einen würdevollen Umgang bis in den Tod. Auch heute noch spielt dieser Umgang miteinander eine sehr große Rolle in unseren Stiftungen. Wir möchten das Zentrum mit Leben füllen, indem die unterschiedlichsten Veranstaltungsformate rund um das Thema Würde angeboten werden.“ 

Dr. Carola Reimann, Niedersächsische Ministerin für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung, und Lars Dedekind, Propst in Braunschweig, richteten Grußworte an die Gäste  und zeigten sich von der Idee des Würde-Zentrums sehr angetan. So sagte die Sozialministerin: „ Der Artikel 1 des Grundgesetzes – Die Würde des Menschen ist unantastbar - rückt normalerweise immer dann in den Fokus, wenn diese Würde verletzt wurde. Ich finde es großartig, dass Sie sich aktiv darum kümmern, den Begriff der Würde in den Alltag der Menschen zu integrieren.” 

Nachdem Ruth Berger, Seelsorgerin und Mitinitiatorin des Zentrum Würde, die Entstehung der Kapelle sowie die neue Konzeption vorgestellt hatte, rückte Dr. med. Rainer Prönneke, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin im Krankenhaus Marienstift und Palliativmediziner, die Würde in den Fokus seines Redebeitrags: „In schwierigen Lebensphasen wünschen wir uns, dass uns jemand ein Stück unseres Weges begleitet, denn das Wichtigste, das wir am Lebensende benötigen, ist Zuwendung. Wir möchten mit diesem Zentrum und den damit verbundenen Angeboten Menschen Mut machen, sich diesen schwierigen Themen anzunähern.“ 

So sind beispielsweise die Letzte Hilfe Kurse zu nennen, in denen die Teilnehmenden lernen, was sie für die ihnen Nahestehenden am Ende des Lebens tun können. Des Weiteren bietet das Zentrum Würde ab Oktober Trauerseminare an, in denen der Erfahrungsaustausch und das gegenseitige Verstehen im individuellen Trauerprozess thematisiert werden. 

Während der Führungen durch die Kapelle informierte Diakonin Ruth Berger über die Geschichte der Kapelle und die künftige Nutzung: „Es wird ein Ort für Kunst, Kultur und Begegnung geschaffen. Der Austausch und die Vernetzung von Menschen unterschiedlicher kultureller, sozialer oder ethnischer Herkunft, jeden Alters, jeden Geschlechts, mit und ohne Behinderung wird ermöglicht.“ Geplant sind, neben den Letzte Hilfe Kursen und den Trauerseminaren weitere Veranstaltungsformate wie Ausstellungen, Konzerte, Vorträge, Lesungen, Workshops und vieles mehr. 

Restauratorin Anja Stadlers Informationen stießen bei den Gästen auf reges Interesse, da sie anhand von historischen Aufzeichnungen und ersten Beprobungen feststellen konnte, dass sich unter der weißen Tünche Wandmalereien und Schriften verstecken – diese sollen wiederhergestellt und sichtbar werden. 

Zurzeit werden die Kosten für Restaurierung und Umbau der unter Denkmalschutz stehenden Kapelle ermittelt sowie Gutachten der Denkmalpflege erstellt. Der Zeitplan sieht vor, dass erste Renovierungsarbeiten so stattfinden, dass im 2. Quartal des Jahres 2021 Teil-Räumlichkeiten für Veranstaltungen in Betrieb genommen werden. Die Restaurierung der gesamten Kapelle dauert voraussichtlich bis in das Jahr 2023 und erfolgt in einzelnen Bauabschnitten. 

Möchten Sie den Aufbau des Zentrum Würde am Marienstift unterstützen? 
Schon mit einem kleinen Spendenbeitrag ermöglichen Sie Menschen die kostenlose Teilnahme an den „Letzte Hilfe Kursen“. Alternativ können Sie mit Ihrer Spende die Restauration sowie den Umbau der denkmalgeschützten Friedenskapelle unterstützen.  

Spendenkonto
Ev.-luth. Diakonissenanstalt Marienstift
IBAN: DE58 5206 0410 0306 4084 78
BIC: GENODEF1EK1