Marienstift nimmt an Be-Up-Studie teil

Die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg führt in Kooperation mit der Hochschule für Gesundheit in Bochum die Studie „Be-Up: Geburt aktiv“ durch. Derzeit nehmen 17 Kliniken aus zahlreichen deutschen Bundesländern daran teil. Auch das Krankenhaus Marienstift ist dabei.

Für das Projekt wurde der Raum der früheren Wickelstation der Frauenklinik Eben-Ezer zu einem alternativen Gebärraum umgestaltet. In einer Ecke des Zimmers sind eine Bodenmatte, eine Matratze, ein Sitzsack und Schaumstoffelemente platziert. Auf den Fensterbänken stehen Bilder von Frauen in aufrechten Körperhaltungen. Es gibt einen kleinen Bistrotisch, an dem Schwangere mit ihrem Partner entspannt Platz nehmen können. Getränke und kleine Snacks stehen bereit. Das Licht ist leicht gedimmt. Wer möchte, kann selbst mitgebrachte Tonträger abspielen.


Der alternative Gebärraum soll andere Reize bieten als übliche Gebärräume, die nach Klinikstandard ausgestattet sind und über Gebärbett, Gebärhocker, Pezziball, ein Seil oder andere Ausstattungselemente verfügen. Die Ergebnisse der Studie sollen eine Antwort auf die Frage geben, ob der Gebärraum und seine Ausstattung einen Einfluss auf den natürlichen Verlauf der Geburt haben. Wissenschaftlich belegt ist bereits, dass Bewegung und ein Wechsel zwischen Stehen, Sitzen, oder Knien während der Wehen gut sind, um ein Kind ohne Kaiserschnitt zu gebären. Auch Ablenkung und Entspannung können bei der Verarbeitung der Wehen helfen. Durch die Teilnahme von insgesamt 4000 Frauen an der Studie soll jetzt der Einfluss des Gebärraums und seiner Ausstattung näher eruiert werden.

„Das ist ein sehr interessantes Projekt. Wir freuen uns, dass wir Teil davon sein können“, erklärt Dr. med. Branko Milkanovic, Chefarzt der Frauenklinik Eben-Ezer. Bei den regelmäßigen Info-Abenden der Frauenklinik bekommen Schwangere und ihre Partner erste Informationen über das Projekt. Zudem können Interessierte jeden Donnerstag in der Zeit von 10 bis 12 Uhr bei den Hebammen Jördis Meier und Stefanie Jeremias telefonisch weitergehende Informationen erhalten.