Besonderheiten der Handchirurgie

Da die Handchirurgie sich als eine spezialisierte Chirurgie aller Gewebe der oberen Extremität versteht, müssen Handchirurgen plastisch-chirurgische, orthopädische und neurochirurgische Operationstechniken beherrschen. Es ist deshalb nicht verwunderlich, daß die handchirurgische Ausbildung sehr lange dauert.

Nach der derzeit gültigen Fassung der Weiterbildungsordnung der Ärztekammer Niedersachsen darf man die Zusatzbezeichnung "Handchirurgie" nur dann führen, wenn man nach einer abgeschlossenen sechsjährigen Ausbildung zum Chirurgen, Plastischen Chirurgen oder Unfallchirurgen und Orthopäden eine zusätzliche dreijährige ganztägige Weiterbildung in der Handchirurgie nachweist, einen detaillierten Operationskatalog vorlegt und eine mündliche Prüfung besteht. Wenn die Bestimmungen der Weiterbildungsordnung streng eingehalten werden, kann die handchirurgische Ausbildung bis zu neun Jahre dauern.

Besonders typisch für die Handchirurgie ist die "atraumatische Technik". Dieser Begriff wurde bereits 1918 von Sterling Bunnell geprägt und meint eine besonders feinfühlige, gewebeschonende Operationstechnik.

In der Handchirurgie verlangt die "atraumatische Technik":

  • vor allem überdurchschnittlich gute Anatomiekenntnisse,
  • die Verwendung einer pneumatischen Oberarmblutleere,
  • die Verwendung einer Lupenbrille,
  • die Verwendung von feinen handchirurgischen Instrumenten sowie von feinstem Nahtmaterial,
  • die gleichmäßige Befeuchtung des Operationsgebietes,
  • sowie die gewissenhafte Blutstillung und Wunddrainage.

Der Erfolg einer handchirurgischen Operation hängt aber auch von der aufwändigen, konsequenten persönlichen postoperativen Betreuung und Nachbehandlung des Patienten durch den Operateur selbst ab!