Ausstellungseröffnung "Marie! Die Frau des Schwarzen Herzogs"

Das im Marienstift beheimatete Porträt der Marie Elisabeth Wilhelmine Prinzessin von Baden, Namensgeberin des Marienstifts und Ehefrau des Herzogs Friedrich Wilhelm, wird Teil einer Sonderausstellung.

„Marie! Die Frau des Schwarzen Herzogs“ ist die Protagonistin einer Ausstellung, die am 25. Juni 2015 im Schlossmuseum Braunschweig eröffnet wird. Hintergrund ist der Todestag Friedrich Wilhelms Herzog von Braunschweig-Oels, der sich am 16. Juni 2015 zum 200. Mal jährt. Das Schlossmuseum rückt nun erstmals das von dramatischen Wendungen geprägte Leben seiner Ehefrau, Marie, in den Vordergrund.

Die 1782 als fünfte Tochter des Erbprinzen Karl Ludwig von Baden und seiner Frau Amalie geborene Prinzessin genoss am badischen Hof eine umfassende Erziehung, die sie auf ihre spätere Rolle innerhalb des Hochadels vorbereiten sollte. Sie war gebildet und kulturell interessiert. Dies wusste man nach ihrer Hochzeit mit Friedrich Wilhelm von Braunschweig im November 1802 ebenso zu schätzen wie ihre zurückhaltende Art.

Die Geburt ihres Sohnes Karl im Jahr 1804 festigte die Position Maries in der Familie. Bereits zur Zeit der Eheschließung hatte sich abgezeichnet, dass Friedrich Wilhelm, obwohl er der vierte Sohn der Familie war, aufgrund von Krankheiten seiner Brüder als einziger die Nachfolge seines Vaters im Herzogtum Braunschweig würde antreten können. Damit erhielt Karl den Status eines Kronprinzen.

Vor diesem Hintergrund ist das Porträt Maries mit ihrem Sohn zu betrachten, das als wichtige Leihgabe des Marienstiftes in der Ausstellung im Schlossmuseum gezeigt wird. Die Darstellung von Mutter und Kind erinnert an Madonnendarstellungen der Zeit und verdeutlicht die hohe Position, die man dem potenziellen Thronfolger – und damit indirekt auch seiner Mutter – zusprach.

Nachdem auch die Geburt des zweiten Sohnes, Wilhelm, 1806 mit Freude aufgenommen worden war, wurde das Leben der jungen Mutter durch die Entwicklungen der napoleonischen Kriege überschattet: Ihr Mann wurde gefangengenommen, die Flucht aus Braunschweig war unausweichlich und es kam zur zeitweiligen Auflösung des Herzogtums Braunschweig. Die folgenden Jahre waren von Unsicherheit und Ängsten um die Zukunft geprägt.

Zurückgekehrt in ihre Heimat Baden, brachte Marie 1808 ein nicht lebensfähiges Mädchen zur Welt. Im Alter von 25 Jahren verstarb sie, wie viele Frauen ihrer Zeit, im Kindbett.