Der 21. September ist Welt-Alzheimertag

Weltweit wird damit auf das Thema Demenzerkrankungen aufmerksam gemacht, an denen in Deutschland etwa 1,7 Millionen und weltweit rund 46 Millionen Menschen erkrankt sind. Für Menschen mit Demenz stellt ein Krankenhausaufenthalt eine besondere Herausforderung dar. Auch im Krankenhaus Marienstift arbeiten speziell weitergebildete Demenzbeauftragte, neben Funktionsoberarzt Jörg Mayer noch die Gesundheits- und Krankenpflegerin Caroline Roß sowie Kirsten Lobsien, medizinische Fachangestellte. Frau Roß und Frau Lobsien erläutern, worauf es bei ihrer Arbeit ankommt.

Warum ist ein Krankenhausaufenthalt für einen Menschen mit Demenzerkrankung - oder Alzheimer als einer besonderen Form davon - so schwierig?

Caroline Roß:
Die Menschen haben mit Ängsten zu kämpfen, ausgelöst durch die ungewohnte Umgebung und für sie unbekannte Menschen. Ruhe, Vertrautheit und ein strukturierter Tagesablauf sind für sie sehr wichtig. All das bietet ihnen Orientierung. Wir versuchen, diesen Patienten durch besondere Betreuung ein Gefühl der Sicherheit und Geborgenheit zu verschaffen.

Wie genau stellen Sie das an?

Kirsten Lobsien:
Ein wichtiges Element ist die Biographiearbeit. Wir versuchen herauszufinden, welchen Beruf der Patient früher ausgeübt hat, welchen Hobbys wie zum Beispiel Musik oder Sport er nachgeht und welche Essgewohnheiten er hat. So haben wir einen persönlicheren Zugang und können bestimmte Rituale auch während des Krankenhausaufenthalts ermöglichen. Auch private Gegenstände wie Tasse, Lieblingskissen oder Fotos können und sollen mit ins Krankenhaus gebracht werden.

Welche Rolle spielen dabei die Angehörigen?

Caroline Roß:
Eine sehr wichtige. Sie sind manchmal die einzige Informationsquelle für uns. Ihre Anwesenheit im Krankenhaus hilft den betroffenen Patienten genauso wie den an der Versorgung, Begleitung und Betreuung beteiligten Berufsgruppen. Deshalb wird in unserem Haus auch ein Rooming in angeboten.

Werden Patienten mit Demenzerkrankung in Einzelzimmern untergebracht?

Kirsten Lobsien:
Das ist unterschiedlich. Bei einigen ist ein geschützter Raum sinnvoll. Und wer eine Tag-Nacht-Umkehr aufweist, also jegliches Gefühl für Tagesrhythmus verloren hat und nachtaktiv ist, der muss schon aus Rücksicht auf die Mitpatienten einzeln liegen. Bei anderen Patienten ist eine Unterbringung in Zwei-Bett-Zimmern aber durchaus möglich.

Welche Aktivitäten finden mit den Patienten darüber hinaus statt?

Caroline Roß und Kirsten Lobsien:
Wir nehmen uns für Menschen mit einer solchen Erkrankung Zeit. Mobilisierung erfolgt durch spezielle Physiotherapieangebote, wie Sitzgymnastik und Sturzprophylaxe. Musik und Gesellschaftsspiele durchbrechen den strukturierten Klinikalltag. Viele leiden unter innerer Unruhe, da hilft ein flotter Spaziergang.

Hier geht´s zur Seite der Demenzbetreuung am Marienstift!