Ein Diener der Menschlichkeit

Pastor Burkhard Budde verabschiedete sich im Marienstift in den Vorruhestand.

Am Marienstift ging Burkhard Budde in den Vorruhestand. Von Bettina Thoenes Er prägte das diakonische Profil des evangelischen Marienstifts: Pastor Burkhard Budde, der jetzt nach 20 Jahren als Direktor und später Vorstandsvorsitzender in den Vorruhestand verabschiedet wurde. Sein Credo: Bei aller Notwendigkeit wirtschaftlichen Handelns dürfe ein Krankenhaus keine Gesundheitsfabrik sein. Für ein „Dienstleistungsunternehmen mit einem menschlichen Gesicht“ hat sich Budde auch in seiner leidenschaftlichen publizistischen Tätigkeit stark gemacht: 80 Magazine des hauseigenen „doppelpunkt“ hat der Vorstandsvorsitzende herausgegeben, aber auch Bücher über Geschichte, Tradition, Kultur, Kunst und Werte des Marienstiftes verfasst. „Publizistisch werde ich weiterhin tätig sein“, kündigt der 60-Jährige an. „Im Leben muss man immer wieder lernen loszulassen, um neu zu empfangen.“ Die gewonnenen Freiräume wolle er auch nutzen, um sich verstärkt Aktivitäten auf sozial-politischem und theologischem Gebiet zu widmen. Gerade hat Budde wieder ein Büchlein veröffentlicht, in dem er sich mit dem Thema Glück auseinandersetzt. In 14 Beiträgen und Fotos bietet der Pastor Perspektiven neuen Glücks. „Darin spielt der christliche Glaube, zum Beispiel in Anlehnung an die Seligpreisungen der Bergpredigt, eine wegweisende Rolle.“ 1994 hatte Burkhard Budde die Leitung der kirchlichen Stiftung mit Krankenhaus und Altenpflegeheim an der Helmstedter Straße übernommen. Sein Anliegen war ein „ganzheitliches Management“ in der evangelisch-lutherischen Diakonissenanstalt – womit er ein Zusammenspiel von Wirtschaftlichkeit, Fachlichkeit und christlicher Ethik meint. In seine Dienstzeit fielen unter anderem die Formulierung eines christlichen Leitbildes für das Marienstift, die Einrichtung eines Babykörbchens zur Rettung des Lebens Neugeborener und die Eröffnung einer Palliativstation. Darüber hinaus war er in verschiedenen Gremien tätig – unter anderem als Aufsichtsratsmitglied des Diakonischen Werkes Braunschweig und als Vorstandsvorsitzender des Niedersächsischen evangelischen Altenhilfeverbandes. Seine Ehrenämter wird Budde auch weiterhin ausüben. So ist der Theologe Bürgermitglied im Sozialausschuss des Rates, Schöffe im Amtsgericht und Schatzmeister im CDU-Kreisverband Braunschweig. Zum Abschied vom Marienstift gab es für Burkhard Budde noch eine Überraschung: Er erhielt das Kronenkreuz in Gold der Diakonie – ein Dankzeichen für die Treue den Einsatz im Dienste des Nächsten. 

Braunschweiger Zeitung 31.Mai 2014