Ein Ort lebendiger Erinnerung

Mit einer Andacht wurde am Dienstag vergangener Woche die Aufstellung einer Erinnerungsstele auf dem Schwesternfriedhof der Ev.-luth. Diakonissenanstalt Marienstift gefeiert.

Die Stele, entworfen und gestaltet von dem Berliner Künstler Achim Kühn, erinnert an das Leben und Wirken der Diakonissen, die seit der Gründung des Marienstifts im Jahre 1870 die christlich soziale Arbeit in der Region Braunschweig geprägt haben. Im Dienst Gottes und für die Menschen waren sie in Krankenhäusern, Gemeinden, kirchlichen Einrichtungen und Kindergärten im Einsatz. Sie gingen nicht in Rente wie wir anderen, sondern taten ihren Dienst so lange, wie ihre Gesundheit es zuließ.

Ihre letzte Ruhe fanden die Diakonissen auf dem Schwesternfriedhof des Marienstiftes, der nun mit der Erinnerungsstele zu einem Ort lebendiger Erinnerung wird. Die Stahlskulptur, die durch Form und Aufbau an ein gotisches Portal erinnert, „soll diese gewisse Würde zeigen, mit der die Diakonissen ihr Leben begingen“, erklärt Künstler Achim Kühn seine Gedanken. „Das Portal oder auch die Tür symbolisieren Innen und Außen. Bei Türen und Toren gibt es immer einen Punkt des Hindurchgehens – so auch vom Leben, in das Leben danach.“ Die Bögen des Portals bzw. der Erinnerungsstele erinnern an gefaltete Hände, so locker ineinander verschränkt, dass sie der Skulptur eine besondere Leichtigkeit verleihen. In der Mitte der Stele findet der Betrachter Buchseiten mit drei kurzen Porträts von Diakonissen, die stellvertretend für so viele als Vorbilder für christlich gelebte Nächstenliebe stehen.