Erste zertifizierte Beraterin für Kontinenz in Braunschweig

Melanie Horatzek, Fachärztin in der Frauenklinik Eben-Ezer des Krankenhauses Marienstift, ist die erste zertifizierte Beraterin der Deutschen Kontinenzgesellschaft in Braunschweig. Sie berät in einer wöchentlichen Sprechstunde Frauen, die an einer Blasenschwäche leiden. Immerhin sind dies allein in Deutschland über 9 Millionen Betroffene, Männer und Frauen, die unter unwillkürlichem Harn- oder/und Stuhlabgang leiden, der ihr Alltagsleben stark beeinträchtigt.

"Die meisten Betroffenen, in unserem Fall Frauen, sprechen nicht darüber“, so die junge Ärztin. „Für sie ist es ein Tabuthema – und sie erhalten deshalb auch keine Hilfe. Sie schweigen und bleiben mit ihren Beschwerden allein.“ Oft werde der unwillkürliche Harnverlust von den Frauen nicht als Krankheit angesehen, sondern als normale Alterserscheinung. Aber auch junge Frauen, z.B. nach schweren Entbindungen, können an einer Inkontinenz leiden.

Melanie Horatzek geht zusammen mit ihren Kolleginnen und Kollegen in der Frauenklinik, offen mit diesem Thema um. Sie informieren und sprechen über die unterschiedlichen Formen der Harninkontinenz und die vielfältigen Behandlungsformen. „Die Frauen, die meist bereits eine lange Leidenszeit hinter sich haben, brauchen oft Mut, um mit Ihrem Hausarzt oder Frauenarzt über das Problem zu sprechen. Dabei ist Inkontinenz sehr häufig heilbar.“

Voraussetzung hierfür ist eine gute Beratung, die wiederum fundiertes Wissen und umfassende Aufklärung voraussetzt. Diese Voraussetzungen sind in der Frauenklinik nicht erst seit der langjährigen berufsbegleitenden Weiterbildung in diesem Themenfeld und der Zertifizierung von Melanie Horatzek gegeben. Sowohl Chefarzt Dr. med. (Univ. Belgrad) Branko Milkanovic, als auch Oberärztin Gülhan Turk sind spezialisiert auf dem Gebiet und sehr erfahren bei der Behandlung von Inkontinenz der Frau.

Sie alle möchten die Sprachlosigkeit aufheben und den Betroffenen Therapiemöglichkeiten aufzeigen. Ursachen, Formen, Diagnostik, Therapien und Versorgung von Harninkontinenz müssen sowohl in der Öffentlichkeit als auch bei Medizinern diskutiert und bekannt gemacht werden: „Denn wir möchten, dass Ihr Leben lebenswert bleibt!“

Weitere Informationen: www.kontinenz-gesellschaft.de