„Rooming-in“ im Seniorenzentrum Bethanien

Neues Konzept ermöglicht Demenz-Kranken die Aufnahme trotz Corona-Quarantäne.

Demenzkranke und ihre Angehörigen gehören zu den Menschen, die durch die Corona-Pandemie besonders benachteiligt und extrem belastet sind. Wenn es um die Neuaufnahme in ein Pflegeheim geht, in dem zu Beginn 14 Tage Quarantäne einzuhalten sind, fallen sie aufgrund des intensiven Betreuungsbedarfs durch das Raster und ein Einzug in das neue Zuhause wird fast unmöglich.

Das Senioren- und Pflegezentrum Bethanien nimmt sich dieser Problematik an und geht mit dem Angebot des „Rooming-in“ völlig neue Wege: Bewohner mit demenzieller Erkrankung können nun zusammen mit einer Begleitperson, die nach 14-tägiger Quarantäne das Heim wieder verlässt, im Doppelzimmer aufgenommen werden.

Stefanie Rutsch, Heimleitung in Bethanien, erklärt die Beweggründe: „Für einen demenziell erkrankten Menschen, der möglicherweise zusätzlich Weglauf-Tendenzen hat, ist eine Quarantäne gekoppelt mit der Eingewöhnung in ein neues Umfeld ohne eine feste Bezugsperson nicht umsetzbar. Durch das ‚Rooming-in` im Doppelzimmer sind wir aber jetzt mit Unterstützung der Angehörigen in der Lage, die Aufnahme zu ermöglichen.“

Die Verantwortlichen in Bethanien berichten von ersten positiven Erfahrungen. „Eine Bewohnerin wurde bei der Aufnahme von ihrem Ehemann begleitet“, so Pflegedienstleitung Ariane Stanko. „Sie sind gemeinsam in ein Doppelzimmer eingezogen. Durch die Anwesenheit ihres Mannes gab es für sie, die unter stark fortgeschrittener Demenz leidet, keine Schwierigkeiten mit der Quarantäne und der gleichzeitigen Eingewöhnung sowie den Abläufen im Pflegeheim. Die Angehörigen gaben uns im Nachhinein die Rückmeldung, dass das ‚Rooming-in` für sie trotz aller Herausforderungen die optimale Lösung sei und dass damit eine Versorgungslücke geschlossen wurde.“

Aktuell wird seitens Geschäftsführung, Heimleitung und Pflegedienstleitung bereits an neuen Ideen für Bethanien als Demenz-Kompetenz-Zentrum gearbeitet. So ist beispielsweise geplant, dass zukünftig – sofern keine Quarantäne mehr erforderlich ist – Demenzkranke in der Eingewöhnung generell von einer Bezugsperson begleitet werden. Die Dauer der Begleitung durch einen Angehörigen richtet sich dann nach der Notwendigkeit und wird individuell angepasst.

 +++ Zur besseren Lesbarkeit wird auf die Verwendung der Sprachformen männlich, weiblich und divers (m/w/d) verzichtet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten gleichermaßen für alle Geschlechter +++