Evangelische Stiftung Neuerkerode setzt sich für bessere Pflegestandards in Rumänien ein.

Pflegefachkräfte des Seniorenzentrums 'Haus der helfenden Hände' der Evangelischen Stiftung Neuerkerode und ein Lehrer der Berufsfachschule Altenpflege am Marienstift besuchten jetzt zwei diakonische Einrichtungen der Altenhilfe in Rumänien.

„Es hat uns sehr überrascht, wie hoch das Bedürfnis der Mitarbeitenden in den beiden Einrichtungen ist, neue Erfahrungen und Entwicklungen im Bereich der Arbeit mit Senioren zu erhalten“, fasst Elke Wolnik vom Begleitenden Dienst des ‚Haus der helfenden Hände‘ auf dem Rittergut in Beinrode ihre umfangreichen Eindrücke von der Reise nach Rumänien zusammen. „Wir sind wirklich mit offenen Armen empfangen worden.“ Gerade das Mäeutische Pflegekonzept sei in den beiden Einrichtungen der Altenhilfe auf großes Interesse gestoßen.

„In Hetzeldorf ist die „Tagesgestaltung“ – auch unter mäeutischen Gesichtspunkten - genial gelöst, da alle Bewohner- je nach Fähigkeiten- in der Landwirtschaft und im Haushalt mitarbeiten und so ihre Aufgaben finden", sagt Horst Frede, Lehrer der Berufsfachschule Altenpflege am Marienstift. "Das entspricht dem Leben einer bäuerlichen Großfamilie, in der jeder seine Pflichten hat und sich gebraucht fühlt. Hier mache auch die Unterstützung in Sachspenden Sinn. Mitarbeitende der Unternehmensgruppe hatten vor dem Besuch der Delegation in Rumänien Gummistiefel, Arbeitskleidung und Wolle gespendet. "Benötigt werden darüber hinaus Waschmaschinen oder Geräte für die Landwirtschaft“, so Frede.
Die Mitarbeitenden in den Einrichtungen seien beeindruckt davon gewesen, so Elke Wolnik, welche Zufriedenheit bereits nach kurzer Zeit des Arbeitens mit Methoden der Mäeutik bei den Senioren zu beobachten gewesen sei. Auch die Mitarbeitenden der Einrichtungen hätten das Erleben dieser Reaktionen mit großer Spannung verfolgt.

Beim Mäeutischen Pflegekonzept steht der Mensch mit seinen Beziehungen im Mittelpunkt. Es wird in diesem Zusammenhang auch von "erlebensorientierter Pflege" gesprochen.

Die Pflegefachkräfte des ‚Haus der helfenden Hände‘ bedauerten nach ihrer Rückkehr aus Rumänien, dass in dem Land im Bereich der Altenpflege neben mangelnden finanziellen Möglichkeiten noch immer qualifizierte Schulung und Fortbildung fehle. „Von dieser ersten Reise nach Rumänien sind wir sehr beeindruckt zurückgekommen und haben für uns eine Menge mitgenommen“, schilderte Elke Wolnik ihr Eindrücke. Trotz aller erfahrener Mängel sei ihnen in der Pflege- und Betreuungsarbeit dort eine große menschliche Wärme aufgefallen. Dies sei sicherlich der Weg, über den man in Weiterbildungen auch für die Thematik einer würdevollen Sterbebegleitung Zugang bei den dortigen Pflegekräften bekommen könne.

Langfristig sei eine Kooperation mit den rumänischen Einrichtungen geplant, um eine Verbesserung der Gesundheit und Pflege und einheitliche Standards vor Ort herbeizuführen, sagt Martina Redlin-Rückert, Geschäftsführerin des Seniorenzentrums Haus der helfenden Hände in Königslutter-Beienrode. Diese Kooperation solle auch dazu beitragen, alten Menschen, dort wo sie leben, Zugriff auf hohe Qualitätsstandards zu ermöglichen. Weiterhin soll die Kooperation erreichen, Pflegefachkräfte dabei zu unterstützen, ihr Wissen weiter zugeben und in neue Standorte der Altenpflege einzubringen.

„Die Evangelische Stiftung Neuerkerode kann innerhalb dieser Kooperation, die langfristig  bestehen soll und fachlich Schritt für Schritt aufbauen will, durch ihre Kernkompetenzen dazu beitragen, das Menschenbild und die Haltung gegenüber pflegebedürftigen Menschen und Menschen mit einer demenziellen Erkrankung positiv zu verändern“, so Martina Redlin-Rückert.