Unser Konzept

Wohnen für Menschen mit Behinderungen

Die Unverletzlichkeit der Wohnung ist eines unserer Grundrechte. Es beinhaltet, dass die Wohnung des Einzelnen sicher und verlässlich zu sein hat sowie ihm Schutz bietet, auch im Sinne der Möglichkeit des Rückzugs und der freien Entfaltung. In der eigenen Wohnung darf man so sein, wie man ist. Man kann sie sich selbständig und selbstbestimmt individuell entsprechend der eigenen Wünsche und Bedürfnisse gestalten. Sie bietet Sicherheit, Vertrautheit und Struktur.

Außerdem ist die Wohnung Ausgangspunkt für die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben und somit ein Erfahrungsfeld für das soziale Miteinander. Hierbei spielt nicht nur die Wohnung selbst, sondern auch ihre Umgebung mit den sich ergebenden Handlungsmöglichkeiten und –grenzen eine wichtige Rolle.

Durch die Schaffung von individuellen Wohnangeboten unterstützt die Neuerkeröder Wohnen und Betreuen GmbH (WuB) Menschen mit geistiger oder Mehrfachbehinderung darin, ihr Recht auf Unverletzlichkeit der Wohnung wahrzunehmen. Sie trägt damit dem Artikel 3 der UN-Behindertenrechtskonvention (BRK) mit der Forderung einer ganzheitlichen Betrachtungsweise von Wohnen, Arbeit und Freizeit Rechnung.
Die Konzeption der Neuerkeröder Wohnen und Betreuen GmbH sieht vor, dass jeder Bürger in der Wohnform leben soll, die seinem Behinderungsbild, aber auch seinen Fähigkeiten, Entwicklungspotenzialen und Wünschen entspricht. Dabei werden sie durch unser qualifiziertes Personal auf vielfältige Art und Weise unterstützt.

Zielsetzung

Neben der Unterstützung in den Bereichen alltägliche Lebensführung, individuelle Basisversorgung und Kommunikation/Orientierung bildet die Teilnahme am kulturellen und gesellschaftlichen Leben inklusive der Gestaltung sozialer Beziehungen und der emotionalen und psychischen Entwicklung einen Schwerpunkt der Arbeit.

Umsetzung

Die Förderung der Bürgerinnen und Bürgern findet nicht nur alltäglich in den Wohngruppen statt, sondern ihnen stehen verschiedene übergreifende Dienste wie der Freizeitbereich, der Sportclub Neuerkerode, die Erwachsenenbildung, die Begegnungsstätte und die Kontakt- und Partnervermittlung „Schatzkiste“ zur Verfügung.

Darüber hinaus bieten die Neuerkeröder Wirtschaftsbetriebe mit der Gastronomie „Biermanski´s“ im Dorfgemeinschaftshaus und dem Kleiderladen Räume zur Teilhabe am gesellschaftlichen Leben.

Durch eine enge Zusammenarbeit mit den Integrierten Gesundheitsdiensten Neuerkerode (IGN) erhalten die Bürgerinnen und Bürger der Neuerkeröder Wohnen und Betreuen GmbH eine umfassende medizinische und psychologische Betreuung.

Beschäftigung und Arbeit

Neben dem Handlungsfeld „Wohnen“ bietet die Neuerkeröder Wohnen und Betreuen GmbH vielfältige und individuelle Beschäftigungsmöglichkeiten im Bereich der Tagesförderung an. Darüber hinaus werden in der Abteilung Werkstätten der Neuerkeröder Mehrwerk gGmbH umfangreiche Arbeitsmöglichkeiten für Menschen mit Behinderungen vorgehalten.

Hilfeplanung

Die persönliche Hilfeplanung wird mit jedem Bürger, dessen Angehörigen, der gesetzlichen Betreuungsperson und Betreuungskräften aus dem Wohn- und Arbeitsumfeld durchgeführt und es werden gemeinsam entsprechende Förderziele und Maßnahmen festgelegt. Die Hilfeplanung wird somit im Rahmen eines individuellen Konzeptes erarbeitet und fortgeschrieben.

Angehörigenarbeit

Angehörige sind wesentliche Bezugspersonen für die Bürgerinnen und Bürger, aber auch wichtige Partner in der alltäglichen Betreuung. Besonders die Tatsache, dass ihnen die Bedürfnisse des einzelnen Bürgers lange bekannt sind, wird in der Arbeit als wertvoll wahrgenommen, denn aus den Erfahrungen der Angehörigen lassen sich wesentliche Impulse für eine gelungene Integration in das neue Umfeld und die Betreuung insgesamt ableiten.

Beteiligung und Beschwerdemanagement

Als in einem vierährigem Turnus gewählte Vertreter der Bürger Neuerkerodes wirkt die Bürgervertretung an verschiedenen Gremien und Projekten mit, z.B. im Angehörigenbeirat, im Förderverein und im Vorstand Neuerkerodes. In einem Prozess der Autonomieentwicklung verstehen sie sich mittlerweile als „Bürgervertreter“ und vertreten aktiv die Interessen der Bürgerinnen und Bürger.

Eltern, Angehörige und Betreuer können sich an den Angehörigenbeirat oder den Angehörigengesprächskreis wenden, an deren Sitzungen regelmäßig Referenten bzw. Verantwortliche der Wohnen und Betreuen GmbH teilnehmen.

Darüber hinaus erfolgt im Rahmen des Qualitätsmanagement-Systems ein umfassendes, dokumentiertes Beschwerdemanagement.